10 Tipps zur Organisation barrierefreier Events

Teilnahme für alle!

Kongresse und Tagungen sollten allen offenstehen. Inklusion und Barrierefreiheit werden zukünftig ein noch wesentlicher Teil im Bereich Veranstaltungen und Messen sein. 

Wir unterstützen Sie dabei, die Basis für mehr Zugänglichkeit und Teilhabe zu schaffen. Veranstaltungsplaner*innen, die sich mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen, erkennen schnell, dass es ein sehr komplexes Thema ist. Es ist eine Herausforderung, die perfekte Location ohne Barrieren für Teilnehmende mit jeder Art von körperlicher Beeinträchtigung zu finden. Die Anforderungen sind unterschiedlich und wollen im Detail bedacht werden.

Dabei soll diese Checkliste helfen, damit immer mehr Veranstaltungen barrierefrei stattfinden können.

1. Barrierefreie Veranstaltungs-Webseite

Schon die Informationsübermittlung und integrierte Buchungswege einer Veranstaltung sind barrierefrei zu gestalten. Die Webseite zur Veranstaltung ist problemlos mit einem Screenreader lesbar. Ein Screenreader ist eine komplexe Software. Diese macht aus Text Sprache und unterstützt so Blinde oder Sehbehinderte beim Aufruf von Formularen oder einem Ticketkauf.

Weitere Anforderungen an barrierefreie Webseiten sind:

  • Grafiken und Bilder müssen durch Alternativtext beschrieben werden.
  • Die Farbkontraste einer Webseite müssen ausreichend groß sein.
  • Korrekte Auszeichnung von Überschriften und eine vollständige Bedienbarkeit über die Tastatur.  

Tipps über den kostenfreien Screenreader NVDA erhalten Sie hier: https://www.einfach-fuer-alle.de/blog/id/2741/

2. Alternativen zu Treppen schaffen     

Die Notwendigkeit Treppen zu nutzen, muss vermieden werden. Jede Treppe sollte durch Rampen oder Fahrstühle umgangen werden können. Dies sollten dann auch keine größeren Umwege bedeuten und gut ausgeschildert sein.

3. Barrierefreie Übernachtsmöglichkeiten

Mindestens ein barrierefreies Hotel für Übernachtungsgäste sollte in der Nähe der Veranstaltungslocation angeboten werden. Die Beschreibung des Hotels bitte in die Webseite einbinden.

Für Rollstuhlfahrer ist darauf zu achten, dass die Türen von Zimmer und Bädern breit genug sind. Dies gilt auch Balkon- und Terassentüren. Gern vergessen wird auch, dass zum Balkon eine 5 cm hohe Fensterstufe eine unüberwindbare Barriere bedeuten kann. Im barrierefreien Hotelzimmer findet sich ausreichend Platz, um mit einem Rollstuhl auch rangieren zu können. Die Zimmertür muss leicht zu öffnen sein. Manche Hotels investieren in besondere Pflegebetten. Das TV sollte mit Videotext und Untertiteln ausgestattet sein. Einsatz von Lichtsignalen und Tonsignalen für Notfälle, um auch blinde oder gehörlose Menschen zu erreichen. Rezeption, Aufzug, Restaurant und Veranstaltungsräume (inkl. der dazugehörigen Sanitäranlagen) sind barrierefrei gestaltet und es stehen keine Hindernisse, keine zu hohen Tresen oder enge Schleusen im Weg. Auf Drehtüren, Rotationstüren oder Karusselltüren wird verzichtet.

4.  Barrierefreie Sanitäranlagen

Das barrierefreie Badezimmer beinhaltet befahrbare (stufenlose) Duschen mit einer Sitzgelegenheit, dem so genannten Duschstuhl. Vor und neben den Sanitäranlagen benötigen Rollstuhlfahrer mehr Platz. Der Toilettensitz muss höher sein und ein Griff zum Abstützen hilft, um sicher wieder in den Rollstuhl zu gelangen. Das Waschbecken sollte auf verschiedene Höhen einstellbar sein, der Haarföhn muss von sitzenden Personen erreichbar sein und auch der Spiegel darf nicht zu hoch angebracht sein. Außerdem sollte das Bad auch von außen entriegelbar sein. Ein Notruf-Knopf sollte gut erreichbar sein.

5.  Shuttles

Für Shuttles müssen Fahrdienste mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen organisiert werden.

6. Unterstützungsangebote kommunizieren

Stellen Sie eine Übersicht auf Ihrer Webseite oder in Prospekten der (technischen) Hilfen für Ihre Teilnehmenden zusammen. Dazu gehört auch die Information, ob Begleitpersonen kostenlos oder ermäßigt mitkommen dürfen.

Diese Informationen sind ebenfalls wichtig: Wo gibt es Behinderten-Parkplätze? Gibt es gedruckte Handouts auch in Brailleschrift oder gibt es vor Ort eine Übersetzung in Gebärdensprache. Aber Vorsicht: Leider gibt es keine international einheitliche Gebärdensprache. Untertitel sind bei internationalen Veranstaltungen oft die bessere Wahl. Die aktive Kommunikation der relevanten Themen schon im Vorfeld ist ein Muss.

7. Leitsystem für sehbehinderte Menschen

Ein Leitsystem für sehbehinderte oder blinde Menschen hilft, die Veranstaltungslocation selbständig erkunden zu können. So genannte taktile Bodenleitsysteme, taktile Schriften in Aufzügen (plus Tonansage) und an Zimmertüren sind für blinde Teilnehmende notwendig.

Tipp: Bieten Sie sehbehinderten Personen eine Führung vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn an.

8. Barrierefreie Veranstaltungskonzepte

Barrierefreie Veranstaltungskonzepte stellen sicher, dass die Bedürfnisse aller  Besucher*innen berücksichtigt werden.  Es geht also nicht (nur) um einen separaten Eingang für Rollstuhlfahrer, sondern um die Raumgestaltung, damit zum Beispiel Rollstuhlfahrer*innen sich problemlos bewegen können.

9. Anreise

Tipps zur barrierefreien Anreise zum Hotel oder zur Location sind höchst willkommen und zeigen, dass auch Teilnehmende mit Beeinträchtigungen sehr willkommen sind.

10. Möblierung

Bei der Möblierung des Cateringbereiches sollten verschiedene Tischhöhen angeboten werden. Sich als Rollstuhlfahrer nur mit Stehtischen konfrontiert zu sehen, kann sehr unangenehm sein. Für blinde oder sehbehinderte Gäste sind Mitarbeiter an der Speisenausgabe, die Auskunft geben können und Speisen auf den Tellern anrichten, besonders wichtig.          

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